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Samstag, 10.09.2011,
17:00, Donaupark Linz
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Sonntag, 11.09.2011,
20:00, Donaupark Linz
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Konzept

Beda Percht: Überlegungen zum Konzept


percht_beda_hoch„2011 – Feuerwelt. Eine Science-Fiction“ ist ein Gedankenspiel: Eine der Menschheit wohlgesonnene, außerirdische Intelligenz bewacht und beschützt die Erde. „Feuerwelt“ zeigt die Suche der Menschen nach dieser Intelligenz und jene Momente, in denen die „Aliens“ in die Geschichte eingegriffen haben. Eingeflochten werden menschliche Erklärungsversuche des nicht zu Erfassenden – durch Transzendenz, Mystik und Religionen, aber auch mit Hilfe der Wissenschaften. 2011 wird die Menschheit vor eine Entscheidung gestellt.

Seit der Überlegung, eine Klangwolke zu „Science-Fiction“ vorzuschlagen, hat sich zu dem Thema Einiges getan, es ist wieder an die Oberfläche getaucht, nachdem es seit den 1980er Jahren doch ein wenig an Bedeutung verloren hatte. Beispiele sind die „Science-Fiction“-Reihe im Filmmuseum Wien (und im Sender arte) oder die aktuelle Ausstellung „Weltraum. Die Kunst und ein Traum“ in der Kunsthalle Wien.
Auch die Anstrengungen zur bemannten Raumfahrt wurden verstärkt – kann der Weltraum Fluchtorte für eine Menschheit bieten, deren Heimatplanet zunehmend unbewohnbar wird? Und natürlich lebt auch die Suche nach extraterrestrischem Leben, außerirdischer Intelligenz wieder auf – in Salzburg etwa hat sich soeben, 2011, ein Verein konstituiert, der UFO-Sichtungen sammelt.

Die Klangwolke „2011 – Feuerwelt. Eine Science-Fiction“ spielt mit diesem Thema, nimmt es ebenso humorvoll wie ernst und greift auf den Altmeister Arthur C. Clarke zurück, der die Aliens den Menschen erklären lässt, dass für sie das Ende der Kindheit gekommen sei. Es stehen also Entscheidungen für die Zukunft an.

Aber ein extraterrestrisches Raumschiff kann nicht szenisch dargestellt werden, man kann es sich nur fantastisch „ausmalen“. Es geht wohl um den Blick zum Himmel und ins All, um diese Phantasie anzuregen, hier kommt die Pyrotechnik ins Spiel, ins „Gedankenspiel“.

Feuerwerk ist das größtmögliche Gestaltungsmittel. Es spielt mit dem Urgrund menschlicher Aneignung der Natur: dem Feuer eben (von Prometheus damals – griechische Mythologie – den Göttern gestohlen und den Menschen zu deren Nutzen übergeben). Und Feuerwerk spricht eine andere Sprache, subtil oder gewaltig, verbindet uns großflächig mit Farben und deren Wirkung. Feuerwerk ist vergänglich und momentan. Es ist ebenso ungreifbar wie das Thema dieser Klangwolke, aber das Verglühen eines pyrotechnischen Kometen lässt uns gemeinsam die Einsamkeit spüren und in die Weite des Alls blicken.

Das kann auch die Musik (die Linzerinnen und Linzer wissen es seit Keplers Sphärenharmonien, auch in China gibt es 5000 Jahre alte Texte, die davon sprechen), sie kann uns mit unseren Ahnungen verbinden. Aber unsere Musik ist menschlich und nur auf diesem Planeten hörbar. Und wenn es die ETs und deren Überlegenheit gibt – um die Fähigkeit zur Musik beneiden sie uns. „2011 - Feuerwelt“ wird ein musikalisches Epos, das mit kaum hörbarer Leichtigkeit ebenso umgeht wie mit heftigen Klangwolken.

Dazu ein Hörspiel, wenige Texte als Verankerungen. Und die Phantasie, Freude und Vorstellungskraft der Besucherinnen und Besucher.

„2011 – Feuerwelt. Eine Science Fiction“ ist inspiriert durch den Roman „Childhood’s End“ von Arthur C. Clarke - jenem britischen Schriftsteller, dessen Welterfolg „2001 – Odyssee im Weltraum“ von Stanley Kubrick verfilmt wurde.

„Mohan hatte das Gefühl, dass er eine Ewigkeit in den Himmel starrte – während die ganze Welt zusah, wie sich die großen Raumschiffe in ihrer überwältigenden Majestät herabsenkten. Dies war der Moment, in dem die Geschichte den Atem anhielt und sich die Gegenwart von der Vergangenheit löste, wie ein Eisberg, der aus dem Gletscher brach und in einsamem Stolz seine Reise durch das Meer antrat. Alles, was die Menschen in vergangenen Zeitaltern erreicht hatte, zählte plötzlich nicht mehr. Nur ein einziger Gedanke pochte unablässig in Mohans Gehirn: Die Menschheit war nicht mehr allein.“
(Arthur C. Clarke, „Childhood’s End“, 1953)