Geschichte der Klangwolke

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Forum Metall und Forum Design, beide getragen von der Persönlichkeit von Helmut Gsöllpointner, dem ersten Rektor der Kunsthochschule und heutigen Kunstuniversität in Linz, das Brucknerhaus und das Brucknerfest sind die Begriffe, die in den 1970er und 1980er Jahren das Image der Stadt Linz entscheidend veränderten.

Den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung stellte 1979 wohl das Festival Ars Electronica mit der Linzer Klangwolke dar. Der Personalcomputer, der heute unsere Schreibtische ziert und unser Leben nachhaltig beeinflusst hat, wurde 1979 gerade erfunden. Computer waren zu dieser Zeit Großrechenanlagen, die nur Experten zugänglich waren. Ein solches Gerät zum Thema eines Festivals zu machen, musste pionierhaft sein.

Die Entscheidungsträger, Ideenbringer und Mitglieder der zahlreichen Diskussionsrunden über den Inhalt von Ars Electronica und Klangwolke waren Dr. Hannes Leopoldseder, Intendant des Landesstudio OÖ., Dr. Horst Stadlmayr und Dr. Ernst Kubin als Vorstandsdirektoren der LIVA. Hubert Bognermayr und Ulli A. Rützel, die ein Elektronik-Symposium organisieren wollten und so die Idee einbrachten, Dr. Herbert W. Franke, einem der Pioniere der Aufarbeitung von Kunst und Technik und natürlich Walter Haupt, der schließlich zum Klangarchitekten für die ersten 10 Jahre der Linzer Klangwolke wurde. In die Gespräche waren außerdem die Techniker des Landesstudios mit Ing. Walter Marterer und die Tonmeister Gernot Gökler und Hubert Hawel involviert. Dazu kamen die heutigen Vorstandsdirektoren der LIVA, Wolfgang Winkler und Ing. Mag. Wolfgang Lehner.

Einer der Initiatoren der Linzer Klangwolke, ORF-Intendant Dr. Hannes Leopoldseder suchte für das neu zugründende Festival Ars Electronica eine populäre Verbindung zum Internationalen Brucknerfest. Mit der Linzer Klangwolke wurde sie gefunden. Er hörte bei seiner Suche vom Münchner Musiker und Komponisten Walter Haupt, der zu diesem Zeitpunkt bereits eine „Musik für eine Landschaft“ in der Umgebung von München gestaltet hatte. Gespräche zwischen Walter Haupt und Hannes Leopoldseder führten letztlich zur Linzer Klangwolke. Die Musik von Anton Bruckner sollte in einer quadrophonen Raumanordnung in den Donaupark übertragen werden. 1979 war es Bruckners 8. Symphonie mit dem Concertgebouw Amsterdam unter Bernard Haitink. Für diese erste Ausstrahlung wurde ein Mehrspurband der Plattenfirma verwendet. 100.000 Zuhörer bestaunten dieses erste Experiment der Linzer Klangwolke. Technisch standen damals 20.000 Watt zur Verfügung, im Vergleich dazu leistet die Tonanlage heute weit über 200.000 Watt. Die erste Klangwolke mit Live-Orchester folgte 1980: Das Bruckner Orchester Linz unter Theodor Guschlbauer mit Bruckners 4. Symphonie.

Mehr als zwei Millionen Zuhörer besuchten inzwischen die Linzer Klangwolken im Donaupark, die zu einem Markenzeichen der Stadt geworden sind.